"ARI von HEVMAR" aus KÄRNTEN  … da kam alles ganz anders als geplant.
[15.11.2004 • Autor: Harald Schwarz]


Portrait - Ari von Hevmar aus Kärnten.
Im Frühjahr 1996 packten wir zwei unserer Stuten in den Hänger, um von Kärnten aus die Reise zu Helga und Bruno Podlech’s Wiesenhof in Marxzell-Burbach anzutreten. Nach ausgiebiger Beratung hatten wir festgelegt, welche der Stuten zu welchem Hengst kommt und unter dieser Voraussetzung fuhren wir zum Wiesenhof ins württembergische Albtal.

Links: Glenna frá Arnarhóli mit Fohlen Ari von Hevmar aus Kärnten. / Rechts: Ari von Hevmar aus Kärnten – 3 Monate alt.

Dort angekommen zeigte uns Bruno neben seinen Hengsten, die wir ja schon von den zahlreichen Besuchen am Wiesenhof kannten, auch einen sehr interessanten Gast. Es war der „Farbwechsler“ Yngri frá Reykjavik, der in Deutschland auch unter dem Namen Yngri von Kramersbruch bekannt und seit einigen Jahren am Gestüt Osterbyholz (www.islandpferdegestuet-osterbyholz.de) zuhause ist. Als wir Yngri sahen, war es um uns geschehen und die gesamte Planung war vergessen, denn wir wollten unbedingt ein Fohlen von diesem tollen Hengst. Yngri war zuvor bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz sehr erfolgreich gelaufen. Eine Leistung, die er auch bei der nächsten WM 1997 in Norwegen wiederholen sollte. Doch zurück zu unserer Situation am Wiesenhof. Wir konnten uns zunächst nicht einigen, welche der beiden Stuten nun zu Yngri sollte. Schließlich entschieden wir uns nach nächtelanger Diskussion und auch der Abstammung wegen für unsere Schimmelstute Glenna frá Arnarhóli, eine Feykir 962 frá Hafsteinsstöðum-Tochter. Uns allen war es bewusst, dass wir hier ein Risiko eingingen, denn es gab ja noch keine Yngri-Nachkommen zu besichtigen.

Hengstkampf Ari von Hevmar aus Kärnten gegen Kraftur von Schloss Neubronn.
Die Überraschung war noch viel größer, als Glenna dann im April 1997 ein kohlrabenschwarzes Fohlen gebar. Schimmel + Rotschimmel (so steht es bei Yngri in den Papieren) ergibt also Rappe, so die nüchterne Zucht-Erkenntnis am Tag der Geburt. Weil er niederkam, wie aus der Luft gegriffen, taufte ich ihn auf den Namen Ari - den Adler. Die einzige Hoffnung, die ich hatte war, dass auch unsere berühmten österreichischen Lipizzaner als Rappen geboren werden. Mit drei Monaten war Ari nicht mehr schwarz sondern braun. Als Jährling überzog ihn ein grau-rötliches Haarkleid und die Hoffnung keimte auf, dass Ari vielleicht ein Farbwechsler wie sein Vater wird. Dem wurde nicht so. Ari schimmelte immer mehr aus. Heute ist er bis auf ein paar dunkle Stellen auf den Beinen ein blütenweißer Schimmel.

Ari von Hevmar aus Kärnten im Tölt.
Was mich jedoch überhaupt nicht mehr stört, denn inzwischen gibt es ganz andere Eigenschaften, die ich an Ari schätze. Da ist zunächst einmal sein kurzes und sehr hohes Begrüßungs-Wiehern, das er jedes Mal ausstößt, wenn er mich sieht und so klingt wie „ah, da bist du ja endlich“. Doch noch viel mehr schätze ich seine Intelligenz und vor allem seine Gangveranlagung, verbunden mit einer Taktreinheit und einer Leistungsbereitschaft, die man durchaus als außergewöhnlich bezeichnen kann. Über einen Mangel von Mut und Energie kann man bei Ari auch nicht sprechen. Schon in seiner Jugend forderte er unseren Kolkuós-Hengst Kraftur von Schloss Neubronn (www.kraftur.top.ms) zu sehenswerten Zweikämpfen heraus. Am liebsten jedoch töltet Ari im schnellen Tempo und möglichst ohne Zügel. Unsere Ausritte führen uns immer über mehrere Stunden durch die herrliche Landschaft Südkärntens. Dabei darf sich Ari kilometerweit austoben – natürlich im taktklaren Tölt. Schade, dass ich selbst keine Turnierambitionen habe, denn ich bin überzeugt, dass Ari auch dabei eine gute Figur machen würde. Doch noch ist nicht alle Tage Abend, vielleicht wird eines der Isi-Girls, die zu uns zum Hof (www.hevmar.fun.ms) kommen, einmal mit Ari bei Turnieren an den Start gehen.








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